Letzte Hürden für das neue Backhaus in Kriftel überwunden

Letzte Hürden für das neue Backhaus in Kriftel überwunden

23.04.2012 09:25

Wenn die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Donnerstag nächster Woche den Änderungsbebauungsplan „Amberg/Stückäcker“ als Satzung beschließt, dann steht dem Vorhaben von Bäckermeister Matthias Heislitz, auf einem bislang unbebauten Geländestreifen zwischen Kapellenstraße und Bahnlinie in Kriftel ein neues Backhaus zu errichten, nichts mehr im Wege.

Die Fläche befindet sich bereits im Besitz des Unternehmens. Für die Nutzung der angrenzenden Restfläche des Geländestreifens, die einer Kriftelerin gehört, besteht seitens eines Betreibers von Autowaschplätzen Interesse an einer Nutzung. Dafür schafft der Änderungsbebauungsplan ebenfalls Rechtssicherheit.

Als Gewerbefläche war der Geländestreifen bereits im ursprünglichen Bebauungsplan ausgewiesen. Die konkrete Nutzung machte aber einen Neuzuschnitt der einzelnen Baufenster erforderlich und die Schaffung der erforderlichen verkehrstechnischen Beziehungen. Die Aufstellung eines Änderungsbebauungsplanes war deshalb notwendig. Und damit auch die Beteiligung der „Träger öffentlicher Belange“ in einem entsprechenden Verfahren. Einer dieser Belange ist der Naturschutz. Hier hatte sich die zuständige Behörde des Kreises eingeschaltet und die Umsiedlung von auf dem Gelände lebenden Zauneidechsen gefordert, die zu den bedrohten und daher besonders schützenswerten Tierarten zählen.

Weiterhin waren im Zuge der ersten Planoffenlegung Bedenken in Bezug auf den Lärmschutz und auf die Geländezufahrt von der Kapellenstraße aus geäußert worden. Ergänzende Untersuchungen und Abstimmungen wurden erforderlich. Danach erfolgte eine erneute Offenlegung. „Die Bedenken im Hinblick auf mögliche Beeinträchtigungen durch Lärm konnten wir ziemlich bald zerstreuen, das Thema Eidechsen konnte auch geklärt werden“, stellt der Erste Beigeordnete Franz Jirasek fest. Und schließlich ging auch zum dritten Thema, der Verkehrserschließung, eine positive Stellungnahme von „Hessen mobil“ (ehemals Amt für Straßen- und Verkehrswesen) ein. Ein weiteres Thema, das dem Bauwilligen „dazwischen“ gekommen ist, ist nun auch erledigt: Die archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände sind abgeschlossen.

Eröffnung Ende 2012 anvisiert
So könnte Bäckermeister Heislitz sein Ziel, das von ihm geplante „gläserne Backhaus“ mit Cafébetrieb Ende des Jahres zu eröffnen, erreichen. Das ist zugleich ein weiterer Erfolg der Wirtschaftsförderung im Krifteler Rathaus, die von Jirasek geleitet wird. Durch ihn kamen erste Kontakte zwischen den Grundstückseigentümern und der Bäckerei zustande. Nicht zum ersten Mal waren Vermittlungen dieser Art erfolgreich verlaufen. Bislang muss sich die Wirtschaftsförderung darauf beschränken, da die Gemeinde selbst keine Gewerbeflächen anbieten kann. Ändern wird sich das erst mit der geplanten Erschließung des Mönchhof-Gebietes.

KHS-Gebäude soll zeitnah wieder genutzt werden
In dem Gebiet, in dem das neue Backhaus entstehen soll, tut sich Einiges: Gegenüber wächst das Pflegeheim als zentraler Bestandteil des künftigen Betreuungs- und Pflegezentrums in die Höhe. Neben dem Grundstück für das Backhaus steht das Gebäude der Firma KHS leer. Wie berichtet, hat die Unternehmensleitung den Betrieb in Kriftel aufgegeben, um sich auf andere Standorte zu konzentrieren. Jirasek weiß, dass einige Unternehmen inzwischen Interesse an einer Nutzung der Räumlichkeiten bekundet haben – u.a. ein Betrieb aus Kriftel, der vom Ersten Beigeordneten selbst einen Hinweis darauf erhielt. „Es ist davon auszugehen, dass zeitnah eine neue gewerbliche Nutzung erfolgen wird“, so Jirasek. Im Gespräch sei auch eine Unterteilung des Gebäudes in zwei Einheiten.

Dieser Artikel erschien am 23.04.2012 auf Frankfurt-Live.com
Autor: nicht bekannt

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