Kein Platz für Expansion

Kein Platz für Expansion

09.11.2012 05:44

Wenn Unternehmen zu groß werden, müssen sie wegziehen

Wenn ein Unternehmen in Hofheim expandieren will, hat es unter Umständen schlechte Karten. Es fehlt einfach der Platz und die Firma muss, wie zuletzt die Bäckerei Heislitz, in eine Nachbargemeinde umziehen.

Die FDP hat das zum Anlass genommen, die Stadt zu fragen, "wie viele Unternehmen mit mehr als 20 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ihren Unternehmenssitz dank der Aktivität des Wirtschaftsförderer nach Hofheim verlegt haben" und wie viele Unternehmen dieser Größe in den vergangenen drei Jahren weggezogen sind.

Keine Zahlen
Zahlen dazu kann der Magistrat nicht nennen, da die Firmen bei ihrer Ab- oder Anmeldung keine Angaben machen müssen. Grundsätzlich aber, so erklärte Bürgermeisterin Gisela Stang, sei die Hofheimer Gewerbepolitik mit ihrem Wirtschaftsförderungskonzept darauf ausgelegt, den Bestand der in Hofheim ansässigen Firmen zu pflegen. Und das sind nicht wenige: Von 2004 bis 2011 stehen, so der Magistrat, 4245 Gewerbeanmeldungen lediglich 3471 Abmeldungen gegenüber. Der Zuwachs von 774 Unternehmen sei in der Region ziemlich einzigartig.

Stabile Entwicklung
Stang weiter: "Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Hofheim betrug nach letzter Erhebung im Jahr 2011 zuletzt 11 842, was – trotz Finanz- und Wirtschaftskrise – einen äußerst stabilen Wert dokumentiert und einen Zuwachs gegen über dem Vorjahr 2010 von 61 Arbeitsplätzen darstellt." Die geringe Arbeitslosenquote von derzeit rund 4 Prozent sei ein weiteres Indiz für die stabile Entwicklung in Hofheim.

Mit der Bemerkung, die SPD habe eben mehr Gewerbegebiete ausweisen müssen, provozierte FDP-Fraktionschef Werner Steinmann einen regelrechten Wutanfall des sozialdemokratischen Planungsdezernenten Wolfgang Winckler. "Das hat ja wohl die schwarz-gelbe Koalition im Planungsverband so in den Flächennutzungsplan geschrieben. Bleiben Sie mal schön bei der Wahrheit", fuhr er Steinmann an. Der zog es dann auch vor, lieber nichts mehr dazu zu sagen.

Die 12 Hektar Erweiterungsfläche, die Hofheim noch in Wallau und Diedenbergen zugestanden wurden, sind allerdings in vielen privaten Händen. "Das ist überwiegend Streubesitz" sagte Winckler. Über seine Versuche, diese Grundstücke zusammenzufassen, schwieg er sich aus, bemerkte nur: "Das ist eine höchst schwierige und riskante Sache."

Alles verkauft
Auch wenn die Stadt Heislitz nach Kriftel ziehen lassen musste, bemüht sie sich, Flächen für neue Unternehmen zu finden. "Die Ansiedlungsakquise erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen städtischer Wirtschaftsförderung und Liegenschaftsverwaltung." Wahrlich kein einfaches Geschäft, da alle freien Flächen verkauft sind, und es kaum gewerblichen Leerstand gibt.

Dieser Artikel erschien am 09.11.2012 im Höchster Kreisblatt
Autor: Hanspeter Otto

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