Feuer für die Öfen

Feuer für die Öfen

05.10.2012 18:04

Drei Millionen Euro investiert

Es wird eifrig gewerkelt an der Kapellenstraße: Das gläserne Backhaus von Matthias Heislitz wächst in die Höhe. (Foto: Knapp)
Es wird eifrig gewerkelt an der Kapellenstraße: Das gläserne Backhaus von Matthias Heislitz wächst in die Höhe. (Foto: Knapp)

Schon im Januar 2013 will Matthias Heislitz in seinem "gläsernen Backhaus" frische Brötchen backen. Verkauft werden sollen sie aber zunächst in einem Container.

Matthias Heislitz ist nicht nur Bäckermeister. Der Marxheimer ist auch ein richtiger Optimist. Schon in drei Monaten sollen in den Öfen in seinem gläsernen Backhaus an der Kapellenstraße Brote und Brötchen gebacken werden. "Ich glaub‘ dran", versichert der Bauherr jetzt dem Ersten Beigeordneten Franz Jirasek bei einem Gespräch auf der Baustelle. Nachdem zunächst unerwartete planungsrechtliche Hürden genommen werden mussten und auch die Archäologen den Baubeginn etwas verzögerten, geht es seit dem ersten Spatenstich Anfang Juli mit rasanten Schritten voran. Mit den Rohbauarbeiten sei man derzeit zwar etwa um eine Woche in Verzug, doch das lässt Heislitz nicht an dem Ziel zweifeln, Anfang nächsten Jahres seine Produktion von Marxheim nach Kriftel zu verlagern.

50 bis 60 Arbeiter
Das beauftragte Unternehmen habe die Baustelle "gut im Griff", sagt Heislitz. Derzeit sind rund 20 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt. "In zwei oder drei Wochen dürften es 50 bis 60 sein", erklärt der Bäckermeister. Dann geht‘s nämlich an den Innenausbau, und da werden Handwerker mehrerer Firmen parallel im Sanitärbereich, beim Heizungs- und Lüftungsbau und den Elektroinstallationen arbeiten. "Spannend" soll es am kommenden Montag werden, wenn die geräumige "Backstube" ihre Decke erhält und Lastwagen bis zu 15 Meter lange Fertigbetonteile anliefern werden. Bereits eine Woche später sollen die großen Backöfen installiert werden.

Bei der Erfüllung der zahlreichen Hygiene-Vorschriften hat sich der Bauherr nicht nur an den aktuellen Normen orientiert, sondern blickt auch schon weit in die Zukunft. "Wir erfüllen nicht nur die Bedingungen von heute, sondern haben uns auch mit der Frage auseinandergesetzt, was in fünf oder zehn Jahren notwendig sein wird", sagt Heislitz, der schon jetzt besonders stolz auf das "Gehirn" des Backhauses ist. Dort werden später die Backzutaten in kleinsten Einheiten portioniert und gewogen. Heislitz ist sicher, dass "unsere Lösungen dafür sicher viele Betriebe interessieren dürften".

Für sein neues Backhaus an der Kapellenstraße, in das er immerhin rund drei Millionen Euro investiert, hat der Marxheimer viele Ideen. "Unser Haus soll zu einem Treffpunkt werden", fasst er seine Überlegungen zusammen. Familienfeiern und Abendveranstaltungen kann sich Heislitz vorstellen wie auch Backkurse und vieles mehr.

Bistro kommt später
Doch zunächst haben noch die Handwerker einiges zu tun. Auch wenn ab 1. Januar 2013 im neuen Backhaus der Ofen angeht, der Verkauf der Backwaren wird zunächst vorübergehend in einem Container auf dem Gelände an der Kapellenstraße erfolgen. Etwa dort, wo sich jetzt das Baustellenschild befindet. Später wird es auch einen "Drive-In-Schalter" geben. Das geplante Bistro-Café auf der linken Gebäudeseite kann nach derzeitiger Planung erst im Frühjahr 2013 eröffnet werden. "Wir müssen uns zunächst einmal auf die Produktion konzentrieren", erklärt Heislitz. Im Café sind insgesamt 90 Sitzplätze vorgesehen, weitere auf einer Terrasse davor. Die Gastronomie wird vermutlich auch Bewohner und Besucher des Pflege- und Betreuungszentrums anlocken, das auf der anderen Seite der Kapellenstraße entsteht. Für Fußgänger soll in Höhe der Bushaltestellen ein Fußgängerüberweg angelegt werden.

Dieser Artikel erschien am 10.08.2012 im Höchster Kreisblatt
Autor: Ulrike Kleinekoenen

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