Der Bäcker soll wieder „ein Gesicht“ bekommen

Der Bäcker soll wieder „ein Gesicht“ bekommen

13.07.2012 11:19

Kollektiver „Erster Spatenstich“ auf dem Gelände an der Kapellenstraße.

Während in den Supermärkten die Backwaren heutzutage per Knopfdruck aus dem Automaten kullern, können Kunden im „Gläsernen Backhaus“ der Bäckerei Heislitz künftig beobachten, wie und wo das Brot gebacken wird. Ein „Backerlebnis für die ganze Familie“ stellte der Inhaber Matthias Heislitz am Donnerstag letzter Woche beim „Ersten Spatenstich“ für das Projekt an der Kapellenstraße in Kriftel in Aussicht.

Auch der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Franz Jirasek, griff zu einem der bereitgestellten Spaten, um an der symbolischen Eröffnung der Bauarbeiten mitzuwirken. Die Gemeinde Kriftel hatte Heislitz bei der Verwirklichung seines Vorhabens im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt.

Natur- und Denkmalschützer hätten ihm zwar zunächst „Steine in den Weg gelegt“, sich dann aber auch bei der Beseitigung der Hindernisse kooperativ verhalten, kommentierte Heislitz die Verzögerungen und Mehrkosten, die sich für ihn im Zusammenhang mit der Umsiedelung von Zauneidechsen (geschützte Tierart) und die archäologischen Grabungen auf dem Gelände zwischen Kapellenstraße und Bahnlinie ergeben hatten.

„Ich habe gelernt, auch andere Sichtweisen zu akzeptieren und zu verstehen“. Für Heislitz ist das neu entstehende Backhaus ein Meilenstein in der Firmengeschichte des Familienbetriebs. Mit ihm gehe ein Herzenswunsch von ihm und seiner Familie in Erfüllung. Die derzeitige Backstube des Betriebs im alten Ortskern von Marxheim sei den Anforderungen der Zukunft nicht mehr gewachsen. Im Neubau in Kriftel entsteht eine größere, hochmodern ausgestattete Backstube, in der Back- und Konditoreiwaren für die acht Filialen der Bäckerei im gesamten Main-Taunus-Kreis hergestellt werden sollen. „Unser Ziel ist es, die Arbeiten soweit möglich von der Nacht auf den Tag zu verlegen, damit die Kunden beim Zubereiten zusehen können“, erklärt Heislitz. Weiterhin entsteht in dem Neubau auf zwei Etagen mit einer Gesamtfläche von ca. 2260 qm ein „Back Café“ mit Einblick in die Produktion und Verkaufsraum sowie Drive-In-Schalter, außerdem gibt es Räume für Mitarbeiter und Verwaltung.

Das Investitionsvolumen beträgt drei Millionen Euro. Die Karlsruher Vollack GmbH & Co. KG, eine europaweit tätige Consult- und Bau-Dienstleistungsgesellschaft, ist für die Konzeption, Planung und Durchführung der Baumaßnahmen zuständig und realisiert dieses Projekt in nur sechs Monaten. Bis Ende des Jahres soll das Gebäude fertiggestellt sein. „Damit verfügen wir über eine wichtige Grundlage, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können und Backwaren qualitativ hochwertig und effizient herstellen zu können“, stellte Heislitz fest und gab seinem neuen Backhaus noch einen griffigen Beinamen: Es soll zu einer „Pilgerstätte des guten Geschmacks“ werden. Dorthin pilgern werden voraussichtlich auch häufig Bewohner und Besucher des Betreuungs- und Pflegezentrums, das derzeit auf der gegenüberliegenden Seite der Kapellenstraße entsteht.

Dieser Artikel erschien am 12.07.2012 auf Kriftel Online (www.kriftel.de)
Autor: nicht bekannt

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